Kräuter im Winter – eine Betriebsbesichtigung

Jetzt in der kalten, schneereichen Jahreszeit ist es eher schwierig, gute, kraftvolle Kräuter in „freier Wildbahn“ selbst zu sammeln. Daher muss man sich immer zeitgerecht über die Konservierung dieser Gedanken machen. Klassische Methoden wie trocknen, versalzen, in Öl, Essig oder Alkohol einlegen sind angesagt. Nicht nur in meiner Küche sind div. Kräutersalze, Pestos und wunderbare Tees im Einsatz. In Bezug auf die Konservierung in Alkohol gibt es die köstlichsten Rezepte von Likören, Elixieren und Tinkturen. Eine früher vielfach getrunkene Variante ist leider heutzutage in Vergessenheit geraten bzw. wurde durch industrielle Massenherstellung in das genießerische No-Go getrieben – der Wermut.

Logo_burschik_72-rgbNach einem Besuch in Wiens letzer und einziger privater Wermutweinkellerei möchte  ich hiermit eine Lanze für dieses traditionelle Getränk brechen. Denn schon Hildegard von Bingen wusste um die heilende Wirkung des Wermutkrauts. Es gilt als appetitanregend und wirkt sich positiv auf die Verdauung aus und ist somit ein idealer Aperitif genauso wie ein Digestif.

Die Unternehmensgeschichte von Burschik ist bewegt. Die Wiener Marke besteht seit 1891. Herr Burschik hat sie wenige Jahre nach der Gründung an die Ahnen des heutigen Inhabers, Mag. Leonhard Specht, verkauft. Seit rund 100 Jahren ist der Firmensitz der gleiche. Leider wurde der Burschik Wermut, den viele unserer Großeltern noch kennen, im Zuge des weinskandalbedingten Zusammenbruchs der Weinwirtschaft nicht mehr produziert. Nun versucht der jetzige Besitzer Leonhard Specht die Marke wieder neu zu beleben.

Vermouth oder Wermut oder Wermuth (ja es gibt viele Schreibweisen) ist ein „aromatisierter bzw. versetzter“ Wein. Sein Aroma kommt bei Burschik au20130125_162746sschließlich von Extrakten natürlicher Kräuter und Gewürze. Mag. Specht hat uns auch seinen Produktionskeller gezeigt. Dort wo er 18 Kräuter und das namensgebende Wermutkraut ansetzt und durch mehrmaliges Erwärmen auf ca. 30° C ausgelaugt. Danach werden die Kräuteressenzen abgeseiht und mit einem 2-mal vergorenen, extraktreichen Weißburgunder aus dem Burgenland sowie mit Zucker vermischt und é voila – Burschik Vermouth ist fertig.

Alle Kräuter, die in seinen Vermouth kommen, hat er uns natürlich nicht verraten. Aber doch so viel: unter den 19 Kräutern und Gewürzen, die das Aroma vom Burschik’s Vermouth ausmachen, finden sich Wermutkraut, Angelikawurzel, Zimt, Koriander, Ingwer und Kardamom. Die Zutaten für den Burschik Vermout sind die Zutaten des Originalrezeptes. Einzig an der Mengenzusammensetzung hat Herr Specht etwas experimentiert.  Nach 2,5 Jahren und um einiges an Vermouth-Erfahrung reicher hat er 3 Varianten auf den Markt gebracht.

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In der neugestalteten Burschik Lounge hatten wir reichlich Gelegenheit diese zu verkosten:

Burschik’s Vermouth – Klassik – vom Geschmack her der traditionelle Wermut, ist mit Soda gemischt ein Getränk, von dem man sicher noch mehr hören wird.

Burschik’s Vermouth Dry für alle puristischen Kräuterliebhaber der ideale Drink. Ideal als Aperitif, bei dem die Frische des Weins perfekt mit den abgestimmten Kräuteraromen harmoniert.

Pur Chic – Ist eine Kreation von Vermouth mit Wacholdernote. Erinnert ein bisschen an Gin und in Ansätzen an Cola – spannend.

Leonhard Specht hat altes Wissen bewahrt und weiter entwickelt. Es würde mich freuen, wenn die vielen Aperoliebhaber draufkommen, dass Wien etwas Bess’res zu bieten hat – nämlich Burschik Klassik gespritzt mit einer Scheibe Zitrone! Würden Sie es kennen, würden sie sicher Ihren Aperol stehen lassen, denn bei Burschik weiß man, was man trinkt. Bei div. anderen Verwandten bin ich mir da nicht so sicher.

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2 Antworten zu “Kräuter im Winter – eine Betriebsbesichtigung

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