Vogelmiere – der Start ins Wildkräuterjahr

Schon seit IMG_5435Anfang Jänner kann man in Weinviertel mit etwas Glück Vogelmiere sammeln. Derzeit sprießt sie an allen Ecken und Enden. Die Feuchtigkeit und Frühlingsonne bieten die idealen Wachstumsbedingungen für das Nelkengewächs. „Stellaria media“ ist ein zartes, saftiges Pflänzchen, das recht unscheinbar aussieht, aber doch ganze Teppiche bilden kann.

Es wurzelt ganz schwach mit haaresgleichen Wurzeln im Boden. Hat man eine ausgiebige Fundstelle gefunden, ist die Ernte sehr einfach. Der ideale Erntezeitpunkt wäre noch bevor sie Ihre sternenförmigen Blüten ganz ausbildet.

Die Naturheilkunde spricht der Vogelmiere eine schleimlösend, verdauungsfördernd und harntreibend Wirkung zu. Als Tee zubereitet soll sie den Stoffwechsel anregen, bei Hautausschlägen und rheumatischen Beschwerden kann man den Aufguss im Badewasser verwenden. In der Volksheilkunde wurde Ihre blutreinigenden Wirkung geschätzt. In Kombination mit der Brennnessel ist sie idealer Bestansteil einer jeden Frühjahrskur. Hildegard von Bingen empfahl, das gekochte Kraut der Vogelmiere bei Blutergüssen aufzulegen.  Literaturquellen:  Die Kräuter in meinem Garten ISBN3-8289-2128-0

In der Küche verwendet man das gesamte grüne Kraut, es werden nur die verwelkten Teile und die Wurzeln weggeschnitten. Von ihren Inhaltsstoffen ist die Vogelmiere ideal als Nahrungsmittel im Frühjahr. Sie enthält wertvolle Mineralstoffe wie Eisen, Calcium, Kalium, Magnesium und Vitamin C sowie Provitamin A. Der Geschmack der Vogelmiere ist mild würzig und erinnert ein wenig an Mais oder jungen Erbsen-

Die Verwendung ist sehr vielfältig. Neben Pesto, kann man die Vogelmiere, die im Weinviertel vielerorts „Heanadarm“(Hühnerdarm) genannt wird, in Smoothies, Aufstrichen, aber auch in Suppen oder warmen Gemüsegerichten verwendet werden. Sie eignet sich auch hervorragend für frische Salate. Hier wiederrum kann man sie pur oder in Kombination mit anderen Blattsalaten einsetzten.  Literaturquellen: Weinviertler Wildkräuterbuch ISBN-Nr.: 978-3-9503739-6-7

Schnelle Vogelmiere Quiche

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  • 1 Packung Blätterteig
  • 1 Becher Sauerrahm
  • 4 Eier
  • 100 g Goudakäse
  • 5 Handvoll Vogelmiere
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Blätterteig mit geschnittener Vogelmiere

 

 

Form mit Blätterteig auslegen. Die schönen Teile der Vogelmiere aussortieren und klein schneiden. Das geschnittene Kraut auf dem Blätterteig verteilen. Wie man hier sieht darf man ausreichend Vogelmiere verwenden.

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Käse reiben und über dem Grün verteilen. Sauerrahm mit Eier vermischen und würzen. Eimasse über die Kraut-Käseschicht verteilen. Bei 200 °C ca. 35 Minuten backen bis die Quiche eine goldige Farbe annimmt.

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Voilà die Vogelmierequiche – frisch aus dem Backrohr.

Viel Gück beim Sammeln und Gutes Gelingen!

 

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Eine Antwort zu “Vogelmiere – der Start ins Wildkräuterjahr

  1. Vogelmiere auf Blätterteig werde ich mal ausprobieren 🙂 Da ich keine Kuhmilchprodukte esse, werde ich es mal mit einer selbstgemachten käseartigen Soße probieren. Könnte ich mir auch lecker vorstellen 🙂

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