Räucherbündel selbst herstellen

Räucherbündel selbst herstellen.

Räucherzigarren sind fest gebunden Bündel aus getrockneten oft auch holzigen oder harzigen Kräutern, die sehr langsam verbrannt bzw. verglüht werden. Dies ist eine einfache Art ganz ohne Kohle zu räuchern.img_8609

Für alle Gartenbesitzer stehen die Chancen sehr gut, dass sie genug Zutaten haben, um so einen Räucherstick selbst herzustellen. Traditionelle und international beliebte Kräuter, die zum Räuchern verwendet werden, sind weißer Salbei (Salvia apiana), Zedernholz (Cedrus), Mariengrass (Hierochloe odorata), Moxakraut (Artemisia douglasiana )

Im Weinviertel eignen sich besonders folgende  Pflanzen:

Beifuß (Artemisia vulgaris), Thymian (Thymus vulgaris), Lavendel (Lavandula angustifolia), Schafgarbe (Achillea millefolium), Salbei (Salvia officinalis), Wacholder (Juniperus), Königskerze (Verbascum Thapsus), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), officinalis Zitronenmelisse (Melissa officinalis), Minze (Mentha), Indianernessel (Monarda) u.v.a.

Bei der Auswahl und Ernte der Kräuter sollte man immer ein bisschen vorsichtig sein, da sich einige Kräuter – auch die kulinarischen Arten – nicht immer gut zum „brennen“ eignen. Eventuell können einige auch allergische oder asthmatische Reaktionen hervorrufen. Es ist schon vorgekommen, dass Menschen auf den geräucherten Gartensalbei oder die Schafgarbe nicht positiv reagiert haben. Wenn man sich nicht sicher ist, kann man eine sehr kleine Menge im Freien räuchern und den Geruch und etwaige Reaktionen zu testen.

Die Kräuter werden an einem sonnigen und trockenen Tag geerntet und gleich verwendet. Bei frischen Kräuter im Bündel (wo im inneren wenig Luft dazu kommt) kann es passieren, dass sie schimmelig werden. Bei harzigen Kräutern bzw. Gehölzen ist das seltener der Fall, doch sind diese schwieriger dicht genug zu wickeln.

Bei der Wahl der Schnur sollte man immer daran denken, dass das gesamte Bindematerial ebenfalls verbrannt wird. Daher ist es ratsam, mit natürlichen Materialien zu arbeiten, um nicht in Gefahr zu laufen giftigen Rauch zu produzieren. Am besten ist es so wenig Schnur wie möglich zu verwenden, um einen starken Brandgeruch zu vermeiden. Empfehlenswert ist eine möglichst dünne Bio-Baumwollschnur. Hierfür könnte man ein Stickgarn getrennt in 4 Fäden teilen. In Bezug auf die Farbe kann man auf jeden Fall kreativ sein. Für einen zeremoniellen Gebrauch wird sehr oft rot verwendet

Wie bindet man?

Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Räucherbündel ist eine feste bzw. sehr feste Bindung. Je enger das Büschl gebunden ist, desto langsamer verbrennen die Blätter. (ähnlich wie bei Zigarren). Auch die Trocknung hat ein gewisses schrumpfen des Pflanzenmaterials zur Folge. Sollte das Bündel zu lose gebunden sein, ist es wahrscheinlich, dass Stücke herausfallen oder es sich ganz auflöst.

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Herstellung

  • Schritt 1 Mit dem Pflanzenmaterial sollte man nicht sparen. Dickere Bündel glimmen langsamer und sind langanhaltender. Alle schadhaften Stellen und nicht so schönen Blätter werden abgezupft oder entfernt. Die Stiele werden zusammen gelegt und mit einem Faden umwickelt und fest verknotet. Dann zur Sicherheit noch ein paar Mal die Schnur herumwickeln und nochmals mit einem anderen Knoten sichern.
  • Schritt 2. Anschließende beginnt man das Bündel mit dem Bindfaden zum umwickeln bis man bei der Spitz angelangt ist. Man sollte versuchen so wenig wie möglich Schnur zu verwenden und diese so fest wie möglich zusammen ziehen. Bei großblättrigen Kräutern gelingt dies einfach. Bei Kräutern mit sehr dünnen kleinen Blättern sollte man enger wickeln, um das Herausfallen von möglichst wenigen Blättern zu verhindern. Man kann die Pflanzenteile am Ende wegstehen lassen oder umbiegen und mit einwickeln.
  • Schritt 3 Das Bündel wird herumgedrehte und nun wickelt man kreuzweise retour zum Start. Anschließend versucht man wiederrum den Faden zu straffen.
  • Schritt 4 Nun wird der Faden so gut wie möglich mit dem Startfaden verknüpft. Man kann am Ende den restlichen Faden dazu verwenden um einen schönen Griff zu gestallten, da dieser Teil des Bündels nicht verbrannt wird.
  • Schritt 5 Die Trocknung des Bündels sollte im dunklen mit guter Luftzirkulation erfolgen. Kräuterbündel können im hängen oder liegen getrocknet werden. Auch ein Dörrapparat kann hierfür Hilfe bieten

Unbedingt sollte man warten, bis alle Pflanzenteile vollkommen trocken sind (dies dauert in der Regel einige Wochen), bevor man damit räuchert.

Der Räucherstick kann auch mit getrockneten Kräutern gebunden werden. Bröset mehr, und schimmelt dafür nicht.

img_8638Der Räucherakt

Das Räucherbündel wird am „Griff“ gehalten und am anderen Ende angezündet und nach 2-3 Sekunden wieder ausgeblasen. Nun glimmt das Bündel rauschend vor sich hin. Dies ist der beste Zustand um „Auszuräuchern“. Man sollte das Bündel z. B. über eine Tonschale oder auch ein altes Teller halten, damit die Herunterfallenden Funken oder eventuell auch glimmende Stückchen aufgefangen werden.img_8645

Wenn man den Räuchervorgang stoppen möchte wird das glimmende Ende zerquetschen, bis es erlischt.

Mit einem guten Räucherbündel können die Rauhnächte kommen.

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