Von der Gartenwiese in den Suppentopf

Der Frühlingsbeginn ist Zeit des Erwachens, des Neubeginns und des Startes in ein neues Vegetationsjahr. Die Tage werden länger und es kehrt wieder Leben in die Natur zurück. Es ist auch traditionell die Zeit, wo die ersten grünen Kräuter im Kochtopf landen. Vor allem um die Osterzeit macht sich das Pflanzengrün besonders in der Küche breit.

Neben Smoothies, Aufstrichen, Pestos uvm. werden Wildkräuter sehr gerne in Suppen verspeist. Ist dies doch eine Variante, wo auch Nicht-Pflanzenbegeisterten die ganze Kraft des Frühlings ganz unkompliziert zu sich nehmen können. Ob jetzt eine traditionelle 9-Kräutersuppe oder nicht ist eher zweitrangig. Auf die Inhalte kommt es an.

wildkrc3a4utersammlung.jpgWildkräuter besitzen weit mehr sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe wie unsere Gartenkräuter. Oftmals sind sie im Geschmack aber etwas herber als ihre kultivierten Kollegen. Wildkräuter regen den Stoffwechsel an und helfen dem Körper bei seiner natürlichen Entgiftung. Sie strotzen vor Vitaminen und Mineralstoffen wie Kalzium, Magnesium, Eisen und  Kalium. Die Brennnessel enthält mehr Eisen als Spinat und bis zu 9mal mehr Vitamin C als unser Häuptlsalat. Die Kombination von Vitamin C und Eisen sorgt zudem dafür, dass das Eisen besser vom Körper aufgenommen wird.

Der Naturforscher Alexander von Humboldt schwor auf den Wert der Frühlingssuppe und er aß diese mehrere Wochen lang (dies ist in Bezug auf die Wirkung sicher sehr zielführend). Die von ihm verwendeten Kräuter sind sogar überliefert: Gundelrebe, Schafgarbe, Brunnenkresse, Spitzwegerich und Gänseblümchen.

Die genauen Zutaten der 9-Kräutersuppe gibt es nicht, kommen doch in jeder Region andere Wildpflanzen vor. Am besten man dreht eine Runde durch den Garten und pflückt was man finden kann. Die frische Luft beim Sammeln, hebt die Vorfreude aufs Essen und macht richtig Appetit.

Hier die Sammelfunde des Genussweltengartens:

  • Brennnessel
  • Giersch
  • Gundelrebe
  • Vogelmiere
  • Gänseblümchen
  • Löwenzahn
  • Taubnessel
  • Knoblauchsrauke
  • Schafgarbe
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Auch die grünen Blätter des Gänseblümchens verwenden!

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Girsch hat ein tolles Karotten-Petersilien-Aroma.

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Würzige und leicht herbe Aromen bringt die Schafgarbe.

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Knoblauchsrauke erst kurz vor dem Mixen dazugeben.

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Handschuhe helfen beim Pflücken der Brennnessel.

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Junge Löwenzahntriebe sind etwas weniger bitter.

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Die würzige Gundelrebe blüht nur im Frühling.

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Das Taubnessel-Grün wird wie Spinat verwendet.

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Vogelmiere hat einen Kukuruz-ähnlichen Geschmack.

Weitere mögliche Pflanzen wären Bärlauch, Wiesenlabkraut, div. Wegeriche, ….

Von jeder Pflanze sollte man mehr oder weniger 1 Handvoll pflücken.

Weitere benötigte Zutaten:

  • etwas Pflanzenöl
  • 1 kleine Zwiebel
  • 500 ml Gemüsesuppe
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Zitronensaft zum Abschmecken.

Zubereitung:

Zwiebel in kleine Würfel schneiden. Kräuter, wenn nötig, waschen und grob schneiden. Öl erhitzen und die Zwiebel darin andünsten. Kräuter dazu geben und kurz zusammenfallen lassen. Mit der Gemüsesuppe aufgießen und 10 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss die Suppe abschmecken und mit einem Mixstab pürieren. Die Suppe auf einem Teller anrichten und mit frischen Gänseblümchen oder Primeln garnieren und mit gerösteten Brotwürfeln servieren.

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Primel sind geschmacklich neutrale essbare Blüten, ideal für die Speisedeko.

Tipp: Die Suppe kann auch mit Kartoffeln zubereiten, dann ist sie etwas nahrhafter ist. Dazu einfach 2-3 Kartoffeln klein würfeln und kochen lassen. Danach alles pürieren. Alle die es besonders cremig haben wollen fügen  noch ca. 50 ml Schlagobers dazu.

Viel Spaß beim Suchen, Sammeln und Kochen der Wildkräuter. Jetzt im Frühling ist die beste Gelegenheit dazu. Am besten ist es die Wildpflanzen jeden Tag in irgendeiner Weise genießen, denn ihre reinigende und stärkende Wirkung tut Körper und Geist gut!

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2 Antworten zu “Von der Gartenwiese in den Suppentopf

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