Wildes Grün in Griechenland

Die Urlaubszeit ist zwar zu Ende, aber das hindert nicht einen Blick über den Tellerrand zu machen. Dieser Beitrag macht sich auf die Suche nach Wildkräutern in der traditionellen griechischen Küche.

Vielerorts wird in Griechenland traditionellerweise Wildkräuterspinat zubereitet. Wie in Österreich findet sich natürlich nicht nur eine Pflanze mit dem Namen Wildspinat und wie bei uns werden auch in Griechenland verschiedenste Wildpflanzen, welche ähnlich wie Spinat verwendet. Wenn man sich diese Liste der möglichen Pflanzen anschaut liegt Österreich (zumindest die pannonische Klimazone Weinviertel) nicht so weit weg von Griechenland.

Chorta, so nennen die Griechen ihr Wildgemüse, heißt nichts anderes als „Kraut“. Je nach Jahreszeit oder Region ändert sich die Zusammensetzung der gesammelten Pflanzen. So kommen im Frühjahr die div. Disteln und verschiedenstes wildes grünes Pflanzenmaterial in die Töpfe. Wer ein paar Impressionen zum Distel-Essen haben möchte: klickt auf den Genusswelten Artikel nahrhafte Landschaften mit Michael Machachek. Im Sommer findet oft Portulak, auf Griechisch Glystrida, den Weg in die griechischen Pfannen. Dieser wuchert auch in fast jedem Weinviertler Gemüsegarten.

Chorta, ist wie alle Wildpflanzen sehr mineralstoff- und vitaminreich. Dieses typische griechische Gericht wird meist gekocht, mit Olivenöl, Zitronensaft und Gewürzen verfeinert, kalt als Salat zubereitet.

Manchmal kommt Chorta auch sortenrein auf den Teller. In Kreta wird zum Beispiel Wlita (oder Vlita) serviert. Hierzu werden die zarten Stiele und die Blätter vom Amarant verkocht.

Amarant – ist eine Gattung der Fuchsschwanzgewächse und kann wie Spinat verwendet werden. Idealer Sammelzeitpunkt liegt zwischen Mai und August. Vor allem die jungen Pflanzen schmecken ein bisschen wie eine Mischung auch Rucola und Mangold. Er ist eigentlich in Mittel und Südamerika heimisch, wo meist die Samen wie Getreide verwendet werden. Auch bei uns ist eher nur die Verwendung als glutenfreies Getreide für Müslis & Co bekannt. Doch die jungen Blätter sind ein spannender Wildsalat und im Gegensatz zu Spinat oxalsäure- und nitratarm.

Wahrscheinlich sind Samen als Unkraut zusammen mit Maiskörnern nach Europa „eingewandert“. In Griechenland ist der Griechischer Fuchsschwanz (Amaranthus graecizans L.) zu finden. In unseren Breiten kommt am meisten der Rauhaariger Amarant oder auch Zurückgebogener bzw. Acker-Fuchsschwanz (Amaranthus retroflexus L.) vor. Grundsätzlich können alle Amarantarten wie Spinat verkocht werden. Je jünger die Blätter, desto bekömmlicher sind sie. Ab September kann dieses Wildgemüse auch schon mal sehr bitter schmecken. Am Ende des Sommers werden die Samenstände länger. Dann gleichen sie optisch Fuchsschwänzen und sind mit keiner anderen Pflanze zu verwechseln.

Wlita – griechischer Amarant-Salat

Zubereitung als Salat-Beilage:

  • ca. 500 g – 600 g Amarantgrün
  • 1 EL Salz
  • Saft 1 Zitrone
  • 3-4 EL Olivenöl
  • etw. Knoblauch
  • evt. Pfeffer

Quelle: Wikipedia

Die größeren, älteren Blätter sind leicht bitter. Durch das Kochen lässt sich die Bitternote etwas reduzieren. Das Kochwasser sollte man nicht weiterverwenden. Für Wlita werden die dickeren Stiele abgeschnitten. Die dünnen Stiele und Blätter werden gewaschen und ca. 8-10 Min in gesalzenem Wasser gekocht. Das wilde Grün sollte jedoch nicht zerkocht werden. Anschließend wird der Amarant abgeseiht und zum Abkühlen auf ein großes Teller oder ein Blech auflegt. Im noch warmen Zustand wird der Salat mit Olivenöl beträufelt, mit Zitronensaft und Knoblauch mariniert und mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt.

Dieses Gericht kann lauwarm sowie kalt serviert werden. Weitere Varianten wären: Wlitasalat vermischt mit einer gewürfelten Tomate und mit Feta bestreut und Wlita verwendet als Füllung für Pita, Pasten oder Teigtaschen. Auf Kreta serviert man „Wlita“ klassisch mit Zucchini und Kartoffeln zum geschmortem Lamm- oder Schweinefleisch.

Klingt hervorragend – Kali Orexi – Guten Appetit!

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Eine Antwort zu “Wildes Grün in Griechenland

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