Sanddorn – das orange Wunder

Ursprünglich kommt der Sanddorn aus dem Himalaja. Von dort aus hat er sich nach der letzten Eiszeit vor rund 17.000  Jahren auf natürliche Weise auf ganz Europa ausgebreitet.

Er ist eine sehr sonnenliebende Pflanze und benötigt auch ausreichend Platz zum Wachsen. Werden andere Pflanzen höher und kann dadurch der Sanddorn nur mehr im Schatten wachsen, trägt er keine Früchte und verschwindet mit der Zeit.

Man nimmt an, dass er sich in Folge der Ausbreitung von anderen Pflanzen auf die heute noch natürlichen Vorkommen zurückgezogen hat.

Neben großen Flächen in Asien, wie Sibirien, China und dem Himalaja, gibt es in folgenden 3 Regionen in Europa noch natürliche Vorkommen von Sanddorn:

  1. an den Küsten der Nord- und Ostsee
  2. im Alpengebiet  
  3. in den Karpaten und seinen Gebirgsausläufern

Derzeit wird er in über 40 Staaten kultiviert. Das Hauptanbaugebiet ist China, aber auch in der Monogolei, Indien, Kanada, Deutschland und Frankreich wird der Sanddorn gewerbsmäßig angebaut. Immer öfter auch in Österreich, was das Beispiel Ranwallnerhof zeigt.

Bei uns im Weinviertel wird er manchmal in Windschutzgürteln oder in Hecken gesetzt. Auf der Donauinsel oder entlang des Marchfeldkanals kann man im Herbst ebenfalls die orangen Wunderfrüchte finden.

In Nepal wird der Sanddorn schon über 2000 Jahre vielfältigst verwendet. Auch in Europa wurde er bereits von Hildegard von Bingen erwähnt. Angeblich hatten auch alle Reiter von Dschingis Khan immer ein kleines Flascherl Sanndornöl mit dabei. 

Im Garten

Wer sich Sanddorn in den Garten setzen möchte, muss einen sonnigen Standort mit viel Platz finden und mindestens zwei Pflanzen setzen, da der Strauch zweihäusig ist. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen und nur die weiblichen tragen die tollen orangen Früchte. Der Sanddorn vermehrt sich u.a. über Wurzelausläufer. Man hat somit gute Chancen den Strauch auf einfachste Weise selbst zu vermehren, in dem man die Ausläufer abtrennt und an dem neuen gewünschten Platz einsetzt. Zu einem Männchen kann man 5-8 Weibchen setzten und wenn ausreichend Sonne vorhanden ist, kann man auf eine gute Ernte hoffen. 

Bei der Ernte

Ab August kann die Ernte beginnen. In Plantagen werden hierfür ganze Äste abgeschnitten. Dies bedingt, dass an diesen Sträuchern im Folgejahr keine Ernte zu erwarten ist, da die Früchte des Sanddorns immer am 2 jährigen Holz wachsen. Bei wilden Vorkommen, sollte man versuchen die Früchte direkt von den Ästen zu schneiden. Wer das schon einmal versucht hat, weiß dass dies keine leichte Aufgabe ist.

Über die Wirkungsweise

Hat man die Ernte einmal geschafft, kann man sich an dem tollen einzigartigen Geschmack aber auch an den vielen wertvollen Inhaltsstoffen erfreuen. Besonders bekannt ist der Sanddorn für seinen hohen Vitamin C Gehalt. Vor allem in Kombination mit diversen anderen Antioxidantien, die sich ebenfalls im Sanddorn befinden, eingenommen stärkt Vitamin C unser Immunsystem.

Diese Antioxidantien, auch Bioflavonoide genannt, sind Schutzstoffe für den Sanddorn selbst. Sie stärken ihn und helfen bei Viren-, Pilz- und Bakterienbefall. Gleichzeitig bewahren sie auch das Vitamin C vor Zerstörung.

Weitere wichtige Inhaltsstoffe des Sanddorns sind:

Vitamin E

Es kommt außergewöhnlich hoch im Sanddorn vor und schützt dessen wertvollen ungesättigten Fettsäuren und verhindert, dass diese oxidieren und ranzig werden. Vitamin E schützt auch unsere Zellen und verlangsamt so den Alterungsprozess. Es fördert auch die Elastizität des Bindegewebes und erhöht den Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Das ist auch mit ein Grund warum Sanddorn sehr gerne in der Kosmetik eingesetzt wird.

Vitamin A

Im Sanddorn ist Vitamin A in Form eines Provitamins, also einer Vorstufe, zu finden. Das sogenannte Beta-Karotin, welches ebenfalls in großen Mengen im Sanddorn vorkommt, ist ausschlaggebend für die leuchtende orange Farbe der Sanddornbeeren. Beta-Karotin kann das Entstehen freier Radikaler reduzieren und es stärkt unsere Abwehrkräfte. Es wirkt sich auch positiv auf die Haut und unsere Augen aus.

Weites finden sich die div. B-Vitamine sowie weitere Flavonoide, Gerbstoffe und Mineralien (wie Magnesium, Kalium und Kalzium) in dem Superfood.

Ungesättigte Fettsäuren

Fette und Öle liegen bei den meisten Pflanzen in den Kernen und Samen vor. Nur wenige Pflanzen sind in der Lage Fruchtfleisch mit Öl zu durchsetzen. Dies ist z.B. bei der Olive der Fall. Beim Sanddorn sind sowohl das Fruchtfleisch als auch die Kerne und somit auch der Trester ölhältig. Idealerweise verwendet man ein Öl aus allen Teilen der Früchte, denn so hat mit die wertvollen Antioxidantien des Fruchtfleisches, welche dem Öl eine Haltbarkeit von bis zu 5 Jahren geben, sowie die ungesättigten Fettsäuren der Kerne enthalten. Reines Sanddorn-Kernöl enthält bis zu 89% an den wertvollen ungesättigten Fettsäuren, vor allem Linol- und Linolensäure. Im besonderen verfügen die Sanddornkerne über viel Alpha–Linolensäure, die zu den Omega 3 Fettsäuren gehört.

Für den Tee

Der Sanddorn wird in vielen Ländern wegen seiner tollen Inhaltsstoffe als Tee getrunken. Hierzu verwendet man die getrockneten Beeren. Idealerweise sollten diese mittels einer Gefriertrocknung hergestellt werden, denn durch das Trocknen im Dörrer gehen sehr viele wertvolle Inhaltsstoffe vor allem Vitamine verloren. Eine Alternative wäre die Zubereitung des Tees aus frischen Beeren.

Für eine Tasse (ca. 250 ml) Wasser nimmt man 2 EL frische oder 2 TL getrocknete Sanddornbeeren. Beides wird zusammen ganz kurz aufgekocht und vom Herd genommen, zugedeckt und nach einer Ziehdauer von ca. 6-8 Minuten kann man den Tee genießen. Das Süßen des Tees ist auf Grund des etwas sauren Geschmacks anzuraten.

Zum Dessert

Mit dem Sanddorn kann man auch einzigartige Desserts zaubern. Für das benötigte Sanddornmus werden die frischen, rohen Beeren mit dem Stabmixer kurz gemixt und anschließend wird die Masse durch ein feines Sieb gestrichen. Alternativ kann auch Sanddornsaft aus dem Reformhaus verwendet werden. Diesen kann man mit etwas Geliermittel kurz aufkochen um eine festere Konsistenz zu erreichen.

Für ein Sanddorndessert im Glas für ca. 8 Personen werden folgende Zutaten benötigt:

  • Sanddornmus
  • 1 Becher Schlagobers
  • 1 Becher Frischkäse natur
  • Honig zum Süßen
  • Biskotten
  • Sanddornlikör (Alternativ Grand Manier)

Schlagobers fest schlagen, mit Frischkäse vermischen und mit Honig süßen. Biskotten in kleine Stücke brechen und in Likör tunken. Biskotten, Creme und Sanddorn in individueller Form in Gläser schichten, mit frischen Sannddornbeeren oder essbaren Blüten verzieren und servieren.

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